Aus dem Schlaf gerissen

Ich wachte mit einem guten Grad an Verstörtheit auf. Dies geschah infolge eines sich mit Sturmklingeln abwechselnden Klopfkonzert an unserer Tür. Ich dachte ursprünglich was für ein aggressiver Postbote ist das denn. Auf dem weg zur Tür zog ich halbwegs ein T-Shirt über, da kreuzte mich auch schon mein Mitbewohner in voller Montur. Ich hielt inne: Warum ist der komplett angezogen? – Nicht schlecht ich brauch nicht zur Tür – Außerdem wie sehen meine Haare aus? – Wo ist mein Brille? Ich entschloss mich gleich wieder Richtung Bett zu transferieren und von dort aus dem Dialog zu lauschen. Zwischendurch nutze ich den Moment den Wecker zu befragen, WOOOH 5:34 analog abgelesen, der Postbote fällt raus.

Gesprächsstart:
Türmensch: „Hei, ist doof das ich hier klingele und stress mache. Aber ich war hier mit Freunden was trinken und die haben mich vergessen. Ich sollte hier bei irgendwem schlafen.“
Mitbewohner von mir: „Aha. Ja.“
Türmensch: „Na ja wir waren erst dort und “ … „also jedenfalls hat der eine lange Haare und der andere kurze.“
Ich im Bett: – ne oder –
Türmensch: „Zumindest spielt einer auch Gitarre.“
Ich im Bett: – vielleicht wäre ein Name nicht schlecht –
Türmensch: „Ich bin aus Hamburg und weiß nicht wo die sind.“
Mitbewohner von mir: „Unter uns proben die ab und zu mit Gitarre.“
Türmensch: „Nee da ist es nicht.“

Der Smalltalk fand ein jähes Ende. Zuerst wurde dann das Kuriosum im Teamspeak von WoW noch mal aufgerollt, dass ist auch der Grund warum mein Hausgenosse noch vor mir Türöffnungsfähig war. Ich freute mich über den armen Kerl auf dem Flur und überlegte ob er uns verarscht hat oder echt alleine dastand. Kurz bevor ich den Schlaf wieder fand hörte ich draußen lautstark die Worte: „Guten Morgen, Schwarzwald“. Darauf sinnte ich, ah ihm geht’s gut.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. habt ihr dem fremden eine herberge für den rest der nacht gegeben oder nicht?

  2. ihr hättet ihn ja auch auf eurer couch nächtigen lassen können.