Deutsche Essgewohnheiten

Schnitzel

Als erstes muss ich sagen das ich es hasse nachzubürsten, wo bleiben die Toiletten mit Lotuseffekt? Liegt aber sicherlich auch an der Tagesperformance (Aufprall und Abgang). Um das abzurunden möchte ich noch sagen, dass ich gerade dabei bin die erbärmlichen Nusssplitts vom Ferrero Küsschen aus meinen Backenzähnen zu graben. Vermutlich sollte ich oral ebenfalls mal nachbürsten.

Zum Thema: Der Deutsche ist Fleisch meist verarbeitet zu Wurst. Dazu isst er schnell und viel damit er wieder an die Arbeit kann. Zu diesem Inhalt bewegte mich der gestrige Muttertag, ein idealer Anlass zu schlemmen. Selbst war man zu Gast, da ich nicht einen solchen Aufwand betreiben würde/könnte. Dies ginge auch nicht, wenn ich wollte da ich dazu nicht genügend Lotusgeschirr habe. Am Mittagstisch zu acht – es wird angerichtet, Überblick: Spätzle, Schweineschnitzel paniert, Putenschnitzel paniert, Salzkartoffeln, Rindsrouladen, Spargel, Salat. Dabei möchte ich jetzt nicht den Eindruck erwecken das es etwa zu viel Fleisch gab, jeder muss ja nur das essen was er möchte. In den folgenden zehn Minuten wurde der grobe Hunger gedeckt, ich nahm 250g Spätzle, einen Hauch Salat und eine Rindsroulade zu mir, mit den mahnenden Worten „nimm doch mehr Soß“. Im zweiten Gang gab es drei Salzkartoffeln mit einskommafünf Schweinschnitzeln (paniert). Gesagt sei, nicht täglich kann ich solche Rationen verarbeiten. Allein mit diesem Hauptmenu kann man aber leider nicht leben, zur Überbrückung bis zum Dessert wurden aufgetaute Weihnachtsgutsle gereicht. Die Tiefkühltruhe der beste Freund des Menschen, von Studenten ganz zu schweigen. Um die Lücken im Wanst nicht aufquellen zu lassen gondeln drei noch agile Personen, inklusive mir, zum herbeibringen von siebzehn Bällen Eis in die favorisierte Diele. Zurück werden diese leicht angetaut vertilgt, untermalt von Zwischenrufen mit folgendem Inhalt: „Jetzt hat jeder, lasst es schnell in Kühlschrank stellen!“, „Neee das machen wir voll leer jetzte.“, „MACHT DAS EIS LEER, nimm du noch die letzte Kugel LOS LOS, ich will die Schloze die da unten schwimmt, mach“. Ich neige mich zurück fixiere die übergebliebenen eingebröselten Freunde und finde es schade keinen mehr essen zu können. Den Blutwurz lehne ich ab im Gegensatz zur Lind-Praline.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass unsere Mienen nach dem Mahl alle eine gute Sättigung hatten. Der Deutsche hat somit nicht Gewohnheiten sondern Fähigkeiten. Er schafft es nicht nur viel Nahrung aufzunehmen sondern das auch in einem außerordentlich kurzen Zeitraum.

Guten Appetit.

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ein Mensch,
    der schon sehr viele Gewohnheiten hat,
    ist nicht mehr so kreativ. …
    Und deshalb wird er wieder „abgeschafft“ –
    er stirbt.

    Hans-Peter Dürr
    deutscher Physiker

    Manchmal frage ich mich, was bequemer UND reizvoller für mich ist: Ein geregeltes und fremdbestimmtes Bürokraten-Dasein in einem Konzern mit festem Einkommen oder eine selbst geregelte und selbstbestimmte freiberufliche und selbständige Beschäftigung bei unregelmäßigem Einkommen.

    Ohne Zweifel bin ich jetzt stärker gefordert und spüre Zwänge unmittelbarer bei gleichzeitig höherer Verantwortung für mich, die Gesellschaft und die Umwelt. Statt mit 65 zum Ruhestand gezwungen zu sein, bin ich frei, bis an mein Lebensende kreativ zu denken und zu handeln, um „an der Bewältigung der Probleme zu arbeiten, die uns und damit unsere natürliche Umwelt bedrohen“.

    Das ist nämlich Ziel der Initiative „Global Challenges Network“, einer Organisation, die ein Netz aus Projekten und Gruppen knüpft, die konstruktiv und gemeinsam zum Nutzen der Menschheit wirken. Hans-Peter Dürr gründete sie am 27. Januar 1987 in Starnberg.

    Ich bin mir bewußt, daß mein bewegtes und unruhiges Leben für meine Geschiedene die Hölle war. Deswegen passen meine jetzige Frau und ich auch so gut zusammen, weil uns diese Eigenart verbindet.

    Eben trudelt folgende E-Mail bei mir ein, aus der ich gerne zitiere: „Ich bin ganz, ganz tot, in 4 Wochen“ – Bettel- und Brandbriefe berühmter Schriftsteller Herausgegeben von Birgit Vanderbeke, 212 Seiten, 12,80 EUR. Hier mehr: http://www.autorenhaus-verlag.de

    „Armut und Not haben Autoren selten daran gehindert, gut und pointiert zu schreiben. Im Gegenteil, wo es ums Überleben geht, sind sie hellwach und bei der Sache, da setzen sie alle ihre rhetorischen und literarischen Künste ein. Daher sind die meisten dieser Briefe sprühend und fesselnd, einige erschütternd. Es fällt auf, dass zahlreiche Autoren sich auch in der Not nicht ganz ernst nahmen und ihre schlimme Lage mit Witz und Ironie schilderten“, schreibt das Hamburger Sonntagsblatt. Zitatende

    Auch das ist Situationskomik.

    Hans Kolpak
    Biß der Woche