Fahrradäscher Einkauf

Nachdem ich vor drei Wochen so schlau war mein Fahrrad mal 3 Tage wohlgemerkt angeschlossen vor der Tür stehen zu lassen, wurde ich eines besseren belehrt und meines Besitzes erleichtert. Das gute Rad war spurlos geklaut und ich demobilisiert.
So ergriff ich letzten Samstag die Chance und besuchte einen privaten Flohmarkt in einer Seitenstraße auf der Suche nach einem gebrauchten Rennpferd. Doch nichts war. Nur Bücher und nackte Barbiepuppen stellten die Leute zur schau. „Das ist von meiner Tochter, braucht sie nicht mehr, sie macht jetzt Abitur!“ – DANN WIRD’S JA ZEIT. Na gut ein Kinderfahrrad gab es aber das war eben scheiße klein.

Da ich aber unerfolgreiche Vormittage nicht ab kann bin ich gleich noch auf einen anständigen Flohmarkt gefahren, nicht so eine Vorgartenheuchelei. Da fand ich gleich vier Händler, die sich gegenseitig die Preise schlecht machten. Nach ein, zwei prüfenden Blicken hab ich mich zu einer Probefahrt durchgerungen – eigentlich hätte ich das Rad da gleich klauen sollen. Als sich zurückkomme sag ich dem Opa noch: „Ruhig bleiben ich geh mal schnell Kohle holen“. Fünfzehn Minuten später auf den Rückweg zum „Händler“ sah ich schon einen anderen mit dem Rad rum fahren. Glücklicherweise war das auch nur eine Probefahrt und ich erstand den Esel für 45 Euro, mit fünf Euro Rabatt.
Voller Euphorie fuhrwerkte ich geradewegs durch 8000 Liter Regen pro Quadratmeter in Richtung meines Fahrradkellers. Doch nun passierte das unvorhergesehene, durchnässt bis auf den Pillemann trat ich in den Pedale und dann Wonks: „Ahh, jetzt tritt es sich aber schön leicht.“ Ich drehte mich nach hinten und sah, wie sich gerade meine Kette über den hinteren Zahnkranz auf die Straße dröselte. Nach einem nicht zu erwähnenden Gedankenstrom drehte ich bei und checkte Klatschnass im Fahrradladen ein. Dort wartete ich geschlagene zehn Minuten, bis so eine Vereinsamte ihr Smalltalkbedürfnis befriedigt hatte. Endlich durfte ich mein krankes Rad zeigen und bekam eine Zange und ein neues Ketteschloss in die Hand gedrückt – sah ich wirklich so armselig aus? Egal, nach kurzer Zeit hatte ich das alles wieder dran-monk-tiert, zahlte zwei Euro und war wieder im Sattel.

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