Im Salzburger Lichtspielhaus

Ich fuhr gerade zurück zum Salzburger Hauptbahnhof, denn auch die schönste Altstadt gibt bei Pisswetter nichts her. Außer natürlich die Burg, welche acht Euro Eintritt kostet nachdem man selbst hochgegangen ist. Da ich aber ein weiser Mann bin, hab ich mir das Geld gespart und mich auf die Suche nach einem Lichtspielhaus gemacht.

Hier hoffte ich die nassen Stunden im warmen Kinosessel zu verbringen und schaute den grandios sinnfreien Steifen Babylon A.D. – Ade dachte ich danach auch.

Das Highlight spielte sich also vor dem eigentlichen Film ab. Ich kaufte ein Ticket und checkte direkt ins Kino-Foyer ein, mit nichts weiterem bewaffnet als meiner Spiegelreflexkamera. Eine junge Dame zerriss meine Karte und wirkte etwas irritiert von meiner Brennweite sagte dann aber nichts weiter. Nachdem ich dann vergeblich ein Pissoir suchte und verzweifelt an der Saaltür riss, wurde ich daraufhin gewiesen mich zu gedulden, denn der Saal wird erst 30 Minuten vor beginn des Films geöffnet.

Ach so, so lange noch. Gut Kinomagazin war schlecht, also noch mal erneut auf Klosuche begeben. „Männerklo geschlossen“ las ich. Da fragte ich mal nach und erfuhr, dass es schlecht sei mit zerrissener Karte noch mal raus zu gehen, aber im 4. Stock sei noch ein Herrenklo. Also rauf, auf dem Weg über die Stahltreppe überholten mich zwei Buben, später samt Vater. Ich schlussfolgerte, die wollen auch aufs Klo sind alles Männer. Oben angekommen, zerrte der Vater die Tür der Toilette auf und Sohn A folgte ihm geschwind. Doch Sohn B laberte irgendetwas daher und war auf ein Poster fixiert. Dann geschah es, die Tür wurde von der tollen Tür-wird-wieder-ran-gezogen-Automatik wieder ran gezogen und B rennt volles Ballet mit dem Ohr auf das Türschloss. Ich lächle. B schreit. A lacht. Vater schaut doof. Sohn B fängt sich und sagt: „Kaaahnst net naasperre?“ Ich übersetze intern in sekundenschnelle: „Vatter du dummes Schwein, kannst du die Tür nicht aufhalten?“ Doch der kontert geschickt: „Kannst net schaue?“ Inzwischen war ich am Stehlklo angekommen und hörte nur A schreien: „Hier stinkst voll nach Scheiße.“ Tolle ehrliche Jungs.

Lustiger kann es kaum noch werden dachte ich mir und wurde auf dem Weg zum Saal eines besseren belehrt. Eine Art Security-Boss fasst mich noch halbnett von der Seite an und sagt: „Da der Fotoapparat, den können Sie leider nicht mit in den Saal nehmen.“ Och wie nett, jetzt hatten Sie noch Angst, dass ich mit der Kamera den Film abfotografiere. Rein rechnerisch ist da ja mit einer Spiegelreflex noch unwahrscheinlicher als mit meinem Handy. Unter Kontrolle musste ich meine Kamera abgeben und später wieder abholen.

Da kann ich nur sagen: Hallo Österreich, Silvester bin ich wieder im Land und kontrollier die Kontrollen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. sehr geil 🙂 Ich konnte letztens auf Arbeit herzhaft lachen als ein Kollege schon seit ner knappen halben Stunde im Wellnessbereich verschwunden war und ein weiterer darauf lautstark meinte „Ey, der Tobi is aber lange schachten!!“