Krankenhausfahrstühle

Krankenhausfahrstühle sind immer wieder spannend. Also ich meine nicht spannend in dem Sinne sonder eher die Spannung darin. Man steht auf einen Flur in einem Stockwerk das eine zweistellige Nummer trägt. Dort wird jede Menge geredet und getratscht, anscheinend sind die Leute gerade fertig mit dem Besuch und fassen die Situation des Besuchten noch mal zusammen. „Ja der sieht ja schon wieder viel besser aus, aber mit Krebs ist nicht zu spaßen.“ über die Aussage des Satzes lässt sich sicher streiten.

Schnell zurück zum eigentlichen Thema: Jetzt kommt der prickelnde Moment, einer der 5-6 Lifte öffnet sich und er ist leer. Die Warter schauen sich kurz an (abchecken) und versuchen einen Platz im Fahrraum zu bekommen. Kein Problem, drinne. Doch jetzt von eben auf gleich – Totenstille. Keiner sagt mehr was, warum das denn? Ich selbst musste diesem Effekt erliegen. Aber im Gegensatz zu den anderen, deren Blicke scheu auf dem Boden nach Information suchten (z.B. kleine Nippel im Linoleum die man zur Überbrückung der Fahrzeit zählen könnte), glotzte ich die Leute mit einem leichten Grinsen an. Das sahen sie aber nicht, weil sie ja am Nippelzählen waren. „Was würde passieren wenn ich gleich mal laut losschrei?“ dachte ich da und genoss dann aber doch die leicht grinsende spannende Stille, weil ich zu feige war loszuschreien.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Fremde Menschen und Schweigen sind die einzigsten Dinge, die eine Fahrstuhlfahrt ausmachen.

    Da wird es doch längst Zeit für etwas Abwechslung, oder?

    1. Wenn außer Dir nur noch eine andere Person im Aufzug ist, tippe ihm/ihr auf die Schulter und tu dann so, als wärst du es nicht gewesen.
    2. Drück auf einen Knopf und lasse es aussehen, als ob er dir einen elektrischen Schlag verpasst. Dann lächle und mach es noch ein paar mal.
    3. Biete anderen Leuten an, für sie die Knöpfe zu drücken aber drücke die falschen.
    4. Ruf mit deinem Handy eine Wahrsagerhotline an und frag sie, ob sie wissen, in welchem Stockwerk du dich gerade befindest.
    5. Halte die Türen offen und erkläre, dass du auf einen Freund wartest.
    Nach einer Weile lässt du die Türen sich schließen und sagst: “Hallo Jörg, wie war dein Tag?”
    6. Lass einen Stift fallen und warte, bis ihn jemand für dich aufheben will, dann brüll ihn an: “Das ist meiner!”
    7. Nimm eine Kamera mit und mach Fotos von allen Leuten im Aufzug.
    8. Stell deinen Schreibtisch in den Aufzug und frage alle Leute die hereinkommen, ob sie einen Termin haben.
    9. Lege einen Twister-Spielplan auf den Boden und frage die anderen, ob sie mitspielen wollen.
    10. Lege eine Schachtel in eine Ecke und wenn jemand den Aufzug betritt, frag ihn, ob er auch so ein seltsames Ticken hört.
    11. Tu so, als wärst du eine Stewardess und übe das Verhalten im Notfall und den sicheren Ausstieg mit den Fahrgästen.
    12. Frage die Leute: “Haben sie das gerade gespürt???”
    13. Stelle dich ganz nah an jemandem heran und schnüffle gelegentlich an ihm herum.
    14. Wenn die Türen schließen, erkläre den anderen: “Es ist alles OK. Keine Panik, die Türen werden sich wieder öffnen.”
    15. Schlage nach nicht-existenten Fliegen.
    16. Erkläre den Leuten, dass du ihre Aura sehen kannst.
    17. Rufe: “Gruppenumarmung!” Und fang damit an.
    18. Mach ein schmerzverzerrtes Gesicht während du auf deine Stirn schlägst und murmelst “Seid doch still, seid doch endlich alle still!”
    19. Öffne deinen Geldbeutel, schau hinein und frage: “Kriegt ihr auch genug Luft da drin?”
    20. Stehe still und bewegungslos in einer Ecke, schau die Wand an und bleib dort einfach die ganze Zeit stehen.
    21. Starre einen anderen Fahrgast eine Weile an, dann schrei auf: “Du bist einer von IHNEN!” Weiche langsam zurück, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
    22. Trage eine Handpuppe bei dir und benutze sie, um mit den andern zu reden.
    23. Höre die Wände des Aufzuges mit einem Stethoskop ab.
    24. Ahme Explosionsgeräusche nach, wenn irgendjemand auf einen Knopf drückt.
    25. Starre eine Weile lang einen anderen Passagier an, grinse und erkläre nach einer Weile: “Also ICH trage frische Socken”.
    26. Male mit Kreide ein kleines Quadrat auf den Boden und erkläre den anderen Fahrgästen, dass dies deine Zone ist.

  2. hey powlchen,

    ich bin ja richtig stolz auf dich 🙂 nicht nur das du wunderschöne fotos machst (das du nen guter gestalter geworden wärst wusste ich ja schon immer) aber jetzt fängst du auch noch an zu schreiben, dein krankenhausfahrstuhl text ist echt super, props junge. freu mich dich mal willa zu sehn- gruss an chriss-mc

    ps: schön dem mal in dem paule sein gehirn zu gucken (na herr sick wo sind sie jetzt 🙂 )